Energiebevorratung: Auf Nummer sicher gehen

Wenn es um den richtigen Zeitpunkt geht, bestimmte Dinge zu tun, ziehen nicht wenige Menschen einen Mondkalender zu Rate. Ob sich darin auch ein Hinweis findet, wann ein Flüssiggastank idealerweise zu befüllen ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Die Empfehlung von Tyczka Totalgaz lautet, den Flüssiggasnachschub zu bestellen, sobald der Restinhalt des Behälters bei etwa einem Drittel liegt. Manchem Kunden mag das recht früh vorkommen. Doch die Erfahrungen aus dem vergangenen strengen Winter zeigen, dass diese Faustregel immer noch gilt. „Wir hatten so viele Not­befüllungen wie schon lange nicht mehr“, erinnert sich Tyczka Totalgaz-Geschäftsführer Markus Eder. Schuld daran waren drei eiskalte Wochen im Januar, in denen die Temperatur vielerorts durchgehend unter minus 15 Grad Celsius sank.

 

Wetterextreme mit extremen Folgen

Bei solch arktischen Verhältnissen beginnen auch Hitzköpfe zu frösteln. Die Heizung läuft dann im Dauerbetrieb, im Wohnzimmer herrschen behagliche 21 Grad und Räume werden geheizt, die sonst eher kühl bleiben. Ein Grad mehr Wärme im Gebäude bedeutet sechs Prozent höhere Energiekosten. Das führt zu einem extremen Energieverbrauch, der den Tank schneller leer saugt, als der Laie sich das vorstellen kann.

 

 

Flüssiggas-Behälter wird betankt

 

Obendrein verlangsamten Schnee und Eis die Schiffs- und Lkw-Flotten bei der Auslieferung, auch wenn das Flüssiggas auf den Straßen durchschnittlich nur etwa 20 Kilometer weit zu den Kunden transportiert werden muss. Wetterextreme, die heute öfter vorkommen als früher, müssen Energieversorger wie Kunden immer mehr einkalkulieren.

 

Auch der Erfahrung des Energieversorgers zu vertrauen hilft, um solch kritische Situationen abzufedern. Deshalb bekommt jeder Tyczka Totalgaz-Kunde in regelmäßigen Abständen ein Erinnerungsschreiben über Tankaktionen, dass jetzt der ideale Zeitpunkt zum Nachfassen wäre. Wer mehrmals im Jahr Flüssiggas braucht, kann sich auch alle paar Wochen automatisch beliefern lassen. Am komfortabelsten ist die Installation eines Fernübertragungssystems, das bei einem festgelegten Füllstand an die Nachbestellung erinnert.

 

Was passiert, wenn die Heizung ausfällt, haben Experten in einem Test nachgestellt. So wies ein ungedämmtes Ziegelhaus bei minus 12 Grad Winterkälte nach zwei Tagen ohne Heizung eine Innentemperatur von nur mehr 4 Grad und eine Wandtemperatur von 1 Grad auf. Ein gedämmtes Massivhaus kam nach 48 Stunden ohne Heizung auf Innen- und Wandtemperaturen zwischen 15 und 17 Grad.

 

Tatsächlich: Frauen frieren früher

Doch auch 15 Grad sind für Menschen zum Leben schon arg frisch, auch wenn Frostbeulen und Hitzköpfe ein unterschiedliches Temperaturempfinden haben. Ob und wann uns kalt ist und wie sehr, hängt einmal davon ab, welche Veranlagungen uns für Stoffwechsel, Blutdruck und Gewicht in die Wiege gelegt wurden. Aber auch Konstitution und Dicke der Fettschicht unter der Haut beeinflussen unsere Temperaturempfindlichkeit. Mehr als 300.000 Kälte-, aber nur 30.000 Wärme­rezeptoren durchziehen unsere 1,8 Quadratmeter große Hautoberfläche. Die winzigen, kaum einen Quadratmillimeter großen Sensoren befinden sich in inneren Organen und im Gehirn, besonders dicht aber im Gesicht, um Nase, Mund und auf den Lippen. Die Thermosensoren sind verbunden mit darunterliegenden Nervenzellen, die jede Temperaturänderung ans Gehirn melden.

 

Wenn die Kälte- und Wärmefühler in der Haut ansprechen, ziehen sich die Hautgefäße zusammen oder dehnen sich aus, um den Wärmehaushalt des Körpers zu regulieren. Wissenschaftlich bewiesen ist aber auch, dass Frauen kälteempfindlicher sind und früher zu frieren beginnen als Männer. Wohl dem, der ein paar Fettpölsterchen aufzuweisen hat, die gegen Kälte isolieren und die Wärmeleitung nach außen verhindern. Also besser nicht den Mond beobachten, sondern den Füllstand des Flüssiggas-Tanks. Damit der nächste Winter kuschelig warm wird.

 

 

Interview mit Kai Zorn, Wetterexperte bei Sat. 1 und Wetter.com

 

Wetterexperte Kai Zorn

 

Warm oder kalt: Wie wird der Winter?

 

MaGAZin: Lässt sich im Frühjahr schon absehen, wie der kommende Winter wird?

Kai Zorn: Manchmal, das kommt auf die Großwetterlage an. Es gibt Warm- und Kaltzeitzyklen, die zwischen eineinhalb und dreieinhalb Jahren dauern. Wir haben jetzt eine Warmzeit hinter uns, die bis in den Herbst dauerte. Da sind warme Sommer und milde Winter sehr wahrscheinlich. Im kalten Zyklus, der vermutlich diesen Winter begann, kommen Ende März oder im Mai noch Kaltlufteinbrüche, dann steigt auch die Chance, dass der nächste Winter kalt ausfällt.

MaGAZin: Werden die Winter insgesamt wärmer?

Zorn: Ja, definitiv! Die Durchschnittstemperatur stieg in den vergangenen 30 Jahren von minus 0,5 Grad auf plus 0,9 Grad, das sind 1,4 Grad mehr. Das ist für klimatische Verhältnisse sehr viel. Die „Kleine Eiszeit“ im Mittelalter war nur zwischen 0,5 und 1 Grad kälter, brachte aber richtig harte Winter und selbst im Sommer noch Schnee.

MaGAZin: Warum gibt es heute mehr Wetterextreme?

Zorn: Weil es wärmer geworden ist. Es strömt mehr Energie durch die Atmosphäre, und die Trennschärfen werden größer. Unser früheres Klima konnte im Vergleich so viel Wasser aufnehmen wie ein normaler Spülschwamm. Unser heutiges Klima braucht einen Autowaschschwamm. Und wenn Sie den ausdrücken, gibt es eine kleine Überschwemmung.

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